Geschichte der Gemeinde Oberammergau

Eine Chronik
Historischer Verein Oberammergau 1999 e.V.

 

Diese Chronik beruht auf den bisherigen Ergebnissen der historischen Forschung zur Geschichte Oberammergaus. In erster Linie stammen die Informationen aus der Chronik des Oberammergauer Pfarrers Joseph Alois Daisenberger, die den Zeitraum bis in die 1860er Jahre abdeckt.

Weitere Informationen zu Literatur über Oberammergau finden Sie hier!

Die heutige Gemeinde Oberammergau gehört zum Landkreis Garmisch-Partenkirchen im Regierungsbezirk Oberbayern und ist Teil des Freistaates Bayern. Derzeit leben ca. 5300 Personen in der größten Gemeinde des Ammertals.

 

Geschichte:

 

um
Christi Geburt

Das Ammertal ist zu dieser Zeit von Kelten besiedelt. Für die Zeit von ca. 100 v. Chr. bis 50 n. Chr. ist nach neuesten Forschungen eine Kultstätte der einheimischen Bevölkerung auf dem Döttenbichl nachweisbar.

um

15 v. Chr.

Schlacht zwischen der einheimischen Bevölkerung und Teilen der 19. Legion des Drusus im Ammertal.

8. Jhd.

Erste christliche Seelsorger verkünden das Evangelium im Ammertal. Laut einer Volkssage kommen diese ersten Priester aus Waltenhofen.

Die Kappelkirche bei Unterammergau (Ldk. Garmisch-Partenkirchen) war wohl das erste Gotteshaus im Ammertal.

9. Jhd.

Der Ammergau taucht als kleiner Gau Baierns erstmals in schriftlichen Quellen auf.

Damalige Ausdehnung: wahrscheinlich das heutige Ammertal sowie die Gemeinden Kohlgrub und Bayersoien.

Ende

9. Jhd.

Der Welfe Ethiko siedelt sich im Ammergau an. Die Welfen besitzen bereits mehrere Allodien im Ammergau.

Ethiko stiftet im Ammergau ein Kloster, das von seinem Sohn aber nach Altomünster und unter Welf II. nach Altdorf in Schwaben verlegt wird.

Nach Verlegung des Klosters werden die vorhandenen Gründe zur Dotierung eines eigenen Pfarrers im Ammertal verwendet.

1074

Welf IV. stiftet das Kloster Rottenbuch. Die Seelsorger im Ammergau werden von dort aus bestellt.

1121

Heinrich der Schwarze lässt über dem Grab von Ethiko eine Kirche erbauen.

Stiftungsfond der ersten Kirche: ein ganzer Hof, der sogenannte St. Peterhof.

Stiftungsfond der Pfarrstiftung: ein halber Hof als Widdum.

Der Seelsorgsbezirk umfasst anfangs die heutigen Gemeinden Ober- und Unterammergau, Ettal, Kohlgrub und Bayersoien.

12. Jhd.

Welf VII. verkauft seine Ammergauer Güter an das schwäbische Adelsgeschlecht der Hohenstaufer bzw. vergibt einen kleineren Teil an das Stift Kempten.

1167

Welf VII. stiftet für seinen verstorbenen Sohn einen Jahrtaggottesdienst in Kempten.

Diese Stiftung stattet er mit seinem Ammergauer Allod aus, welches aus 14 Gütern und dem Patronatsrecht besteht.

Gleichzeitig veräußert er 60 Höfe des Ammergaus an die Hohenstaufer.

1221

Kloster Rottenbuch wiederholt seinen Anspruch auf das Patronatsrecht der hiesigen Pfarrei gegen die Forderungen des Stifts Kempten.

Der kaiserliche Hofkanzler entscheidet aber zugunsten des Stifts in Kempten.

1268

Konradinische Schenkung

Nach dem Tod von Konradin gehen die staufischen Besitzungen im Ammergau 1269 an das Geschlecht der Wittelsbacher in Person von Herzog Ludwig.

1273

Kaiser Rudolf von Habsburg bestätigt den Wittelsbachern ihren Besitz im Ammergau.

1275

In einem Salbuch werden die Wittelsbacher Besitzungen im Ammergau näher bezeichnet:

60 Höfe, wovon 7 Höfe im obern Dorf Ammergau liegen.

1295

Das hoch verschuldete Stift Kempten verkauft einen Teil seiner Ammergauer Besitzungen und das Patronatsrecht an das Kloster Rottenbuch.

1298

Bischof Enicho von Freising genehmigt diesen Verkauf.

1316

Magister Wolfram, Domherr in der Bischofsstadt Augsburg, leistet gegenüber dem Bischof von Freising förmlichen Verzicht auf seine Pfarrei Oberammergau zugunsten Propst und Konvent von Rottenbuch.

Von nun an setzt der Propst von Rottenbuch die Pfarrer in Oberammergau ein.

Anfang des 14. Jahrhunderts existieren neben der Mutterkirche in Oberammergau noch je eine Filialkirche in Niederammergau und Soien.

1330

Kaiser Ludwig der Bayer (1317-1347) stiftet Kloster Ettal samt Ritterstift, nachdem er vom Ammergauer Jäger Heinrich Vendt über den Kienberg ins Ammertal herauf geführt wurde.

1330

Kaiser Ludwig der Bayer verbrieft den Oberammergauer Bauern am 23. April 1330 ihre alten Rechte und Freiheiten.

„Wir Ludwig von Gottes Genaden römischer Kayser, zu allen Zeiten Mehrer des Reichs, thuen kundt allen den, die diesen Brieff ansehen oder hören lesen, daß wir von besonder Genaden der Paurschaft gemeiniglich zu Oberammergau die Gnadt gethan haben und thuen, daß Wir wöllen, daß sye Erbrecht und Paurecht haben, auf den Guettern, es seyen Hof oder Hueb, die gelegen seindt in dem Amergau, die wir mit Eygenschafft der Vogtey zu unsern neuen Closter Etall unser lieben Frauen göben, und geordnet haben, was die sündt, geistlicher, weltlicher hinfüran die Gepaurschafft bey den unsern Genaden beleiben lassen in aller Weis, und Gewonheit, als sie dan die Guet voher genossen haben und ingehabt, doch daß sie die Gueth, Hof oder Hueb jährlich verzunsen sollen, zu unsern neuen Closter Ettal und andern, den die Gueth mit Aigenschafft angehören. Davon wöllen wür, und gebieten allen unsern Vizthumen, Ambtleuthen, Pflegern, Richtern, wie die genandt sindt, die jezo sindt, und fürbaz weden, daß sye die vorgenante Paurschafft, auf diese vorbeschribene unsere Genad schirmen und fitern, und nicht gestatten, daß Ihm die Niemandt übersache in kein Weis bei unser Hulde. Und darüber zu Urkundt und Sicherheit geben wir In disen Brief mit unsern Insigl versigelt, der geben ist zu München, da man zählt von ChristiGeburth 1330. Jahr an sant Geörgen Tag in dem 16. Jahr unsers Reichs, in dem dritten Jahr des Kayserthums.“

1330

Kaiser Ludwig der Bayer legt am 28. April 1330 den Grundstein des neuen Kloster. In den Wochen zuvor wurde der Wald am Ampferang gerodet.

1332

Nach Fertigstellung der ersten Bauten beziehen 14 Ritter und 22 Benediktinermönche, darunter 14 Priester das neue Kloster, das zu Ehren der Gottesmutter Maria errichtet wurde

Der Gründungsfond besteht aus:

Weide-, Forst- und Jagdrecht in den umliegenden Bergen

alle wittelsbachischen Erbgüter des Ammergaues.

1332

Das Dorf Oberammergau erhält von Kaiser Ludwig den Bayern das Niederlagsrecht zuerkannt, wodurch den Bewohnern eine neue Einnahmequelle eröffnet wird. Der Handel über die Rottstraße blüht allmählich auf.

1343

Die Pfarrei Oberammergau verliert  mit dem 6. Januar 1343 die Ettaler Gebiete und das Graswangtal. Dort wird eine eigene Pfarrei eingerichtet, so der damalige Freisinger Bischof Leutold.

1343

Kaiser Ludwig der Bayer schenkt dem Kloster Ettal die Burg und das Dorf Peiting.

Diese Schenkung wurde 1348 von seinem Sohn Ludwig den Brandenburger wieder rückgängig gemacht.

1348

Kloster Ettal erhält von Herzog Ludwig dem Brandenburger (1347-1361) das Gericht Ammergau. Dieses Gebiet erstreckt sich von der Brücke bei Echelsbach bis jenseits der Loisach.

Das Kloster darf nun die Richter über Ammergau einsetzen. Der Amtsinhaber hat die niedere Gerichtsbarkeit über die Gegend inne. Seine Gerichtsherrlichkeit erstreckt sich auch über die im Gebiet wohnenden Grundholden des Klosters Rottenbuch.

1352

Ludwig der Brandenburger bestätigt das Erbrecht und die Freiheiten der Oberammergauer Bauernschaft.

um 1356

Ein Herr Konrad ist Pfarrer in Oberammergau.

1362

Das Stift Kempten veräußert den Rest seiner Ammergauer Besitzungen an das Kloster Rottenbuch (elf Güter, wovon zwei in Oberammergau liegen).

ab

14. Jhd.

Die Straße von Au (heute Oberau, Ldk. Garmisch-Partenkirchen) über den Kienberg nach Ammergau wird im Zuge des Aufbaus Ettaler Kloster wieder instandgesetzt.

14./15. Jhd.

Das Dorf Oberammergau profitiert vom lebhaften Handelsverkehr auf der Strecke von Venedig nach Augsburg und Nürnberg.

Die Oberammergauer Fuhrleute, die sogenannten Rottfuhrmänner, übernehmen den Transport auf der Strecke zwischen Partenkirchen und Schongau.

1404

Der Pfarrhof sowie sieben Häuser brennen am 4. März 1404 nieder.

1405

Die Herzöge Ernst (1402-1435) und Wilhelm (1402-1438) bestätigen das Freiheitsrecht der Ammergauer Bauern

Das Verhältnis zwischen dem Kloster Ettal und den Ammergauer Grundholden war umfassend geregelt.

Jeder Bauer musste dem Kloster jährlich in die Stift gehen.

Der Abt gab ihnen dafür das Gut pflichtgemäß als Leihgabe.

Die Bauern waren verpflichtet, die Güter in gutem Zustande zu halten.

Beim Tod eines Bauern musste der Abt dessen Gut an die Erben weitergeben.

Wenn kein Erbe vorhanden war, so hatte der Abt das Gut an einen aus der Bauernschaft Ammergaus zu geben.

Der Abt durfte zudem niemandem das Erbrecht abkaufen.

Andererseits durfte ohne die Genehmigung des Abtes nichts von den Gütern verkauft werden.

Da durch die Vererbung mittlerweile viele Güter nur noch aus Viertelhöfen bestanden, wurde die weitere Teilung nur durch Genehmigung des Abtes ermöglicht.

Folgende Abgaben mussten die Ammergauer Bauern an das Kloster Ettal jährlich leisten:

1 Kreuzer zum Stiftspfennig

13 Metzen Hafer

1 Pfund Flachs

1 Schaf und ein Vogthuhn

Darüber hinaus mussten Besitzer eines ganzen Hofes im Mai und im Herbst je 60 Pfennig an den Abt zahlen.

Die Bauern waren außerdem verpflichtet, einmal im Jahr bei der Heumahd des Kloster zu helfen.

Zudem hatte die Bauernschaft als Ganzes im Mai und im Herbst je 4 Pfund Münchner Pfennige abzuliefern.

Die Jagdberechtigung lag allein beim Kloster Ettal. Außerdem besaß es das Fischrecht auf der Ammer.

1420

Die Herzöge Ernst und Wilhelm bestätigen das Niederlagsrecht für die Oberammergauer.

„Allwög, dieweil die Straß geht, und ninderst anderstwo, und soll auch Niemand kein Kaufmannschaft führen, dann die von Oberammergau mit ihren Geschirren.“

Laut der Volkssage befand sich nördlich des Ortes am sogenannten Warbüchl die Warenniederlage für die Rottfuhrleute.

Die Oberammergauer Rottfuhrleute hatten auch für den Unterhalt der Straße Sorge zu tragen.

1429

Die Herzöge Ernst und Wilhelm bestätigen die Stiftung des Frühmessbenefiziums in Oberammergau.

Stifter istder Nürnberger Kaufmann Ulrich Arzat.

Die Stiftung sieht vor, einen Priester als ewigen Kaplan hier einzusetzen, der dem Oberammergauer Pfarrer hilfreich zur Seite stehen soll.

1432

Herzog Ernst (1402-1438) schlichtet Streit zwischen der Gemeinde Oberammergau und dem Kloster Ettal um das Weiderecht im Scherenlaich. Es erfolgt Teilung zwischen den beiden Parteien.

1432

Herzog Ernst (1402-1438) bestätigt erneut das von Kaiser Ludwig den Bayern erstmals verbriefte Freiheitsrecht der Ammergauer Bauern.

1436

Das Generalvikariat des Bistums Freising bestätigt die Stiftung des Frühmessbenefiziums durch Ulrich Arzat.

15. Jhd.

Bergbauversuche im Ammergau, u.a. eine Silbergrube am Weißtenstein.

1444

Der Oberammergauer Bauer Peter Pfeffrer wird in Murnau in Haft genommen wegen Frevel und Ungehorsam gegenüber dem Kloster Ettal.

1444

Herzog Albrecht der Fromme (1438-1460) bekräftigt erneut das Ammergauer Freiheitsrecht.

1446

Ein Oswald ist Pfarrer in Oberammergau.

1451

Ermordung des Oberammergauer Pfarrers Johannes Kolb, der Oswald nachgefolgt war.

1464

Heinrich Faistenmantel wird von Herzog Sigmund (1460-1467) zum Bergrichter im Ammergau ernannt.

1481

Errichtung einer Kaplanei in Unterammergau.

Ende des 15. Jhd.s werden auch die Seelsorgsstellen Kohlgrub und Soien von Ammergau abgetrennt und zu eigenständigen Pfarreien umgewandelt.

um 1495

Hans Eyrl ist Ettalischer Richter und Zollner in Oberammergau.

1500

Erhard Eyrl ist dessen Nachfolger.

um 1500

Joh. Schallhammer ist Pfarrer in Oberammergau. Gestorben 1505.

1503

Erhard Groß schlug im Ettaler Bannwald unerlaubt Holz, weswegen sein Besitz vom Kloster Ettal gepfändet wird.

1503

Herzog Albrecht der Weise (1467-1508) bestätigt in einem erneuten Vergleichsbrief das Recht der Ammergauer Bauern auf Freiheit und Erbrecht.

1507

Die beiden Oberammergauer Hans Stenglin und Hans Reicher werden wegen unbefugten Fischens vom Ettaler Prälaten ins Gefängnis gesteckt.

1507

Erneut bestärkt Herzog Wolfgang das Freiheits- und Erbrecht der Ammergauer Bauern.

vor 1517

Pfarrer Ambrosius Edling in Oberammergau tätig.

1519

Mittlerweile übernahm Alexander Eyrl das Amt des Richters von Ettal in Oberammergau.

ca. 1520

Hanns Eyrl ist Ettaler Richter in Oberammergau.

1528

Laut den schriftlichen Quellen war ein Ulrich Weiß in diesem Jahr als Pfarrer in Oberammergau tätig.

1530

Die Herzöge Ludwig und Wilhelm (1516-1545) erlauben den Oberammergauer Fuhrleuten die Einforderung eines Wegegeldes in Höhe von einem Kreuzer pro geladenem Rottwagen.

1554

Das Präsentationsrecht für das Frühmessbenefiziums geht an die Kirchenpfleger über.

1563

In den Quellen findet sich erstmals ein Hinweis auf einen Gemeindekasten (Getreidespeicher) in Oberammergau. Die Murnauer und Schongauer beklagen nämlich, dass die Einheimischen darin Markt halten würden.

1566

Inzwischen führt Alexander Eyrl das Amt des Ettaler Richters und Lehensprobstes.

1568

Neben dem Pfarrer Kaspar Pennenberger wirkt hier der Kaplan Josef Kölbl.

1569

Schon ein Jahr später wird ein Wolfgang Fischer als hiesiger Pfarrer genannt.

1574

Im Gemeindegebiet „Auf dem Anger“ brennen sechs Häuser nieder.

1577

Kaspar Promberger heißt der damalige Pfarrer von Oberammergau.

1580

Auf dem Gipfel des Kofel wird am 30. Mai 1580 eine kolossale Bildsäule aufgestellt. Sie ist ein Geschenk des Nürnberger Kaufmanns Georg Pabst.

1587

Hans Lechner hat das Amt des Richters inne.

15./16. Jhd.

Drei große Familien bestimmen in diesen Jahrhunderten die Geschicke des Ortes. Neben der Familie Fendt wirkt das Geschlecht der Eyrl und die Faistenmantel im Ammergau.

1599

Dietrich Pettenbeckh ist Ettaler Richter in Oberammergau. Mittlerweile hat das Ammergauer Gericht die Selbständigkeit eingebüßt. Der Ammergauer Richter ist dem Murnauer Pfleger unterstellt.

Ende
16. Jhd.

Der Handelsverkehr über die Rottstraße nimmt allmählich ab.

Es wird erstmals nachweisbar, dass mehrere Bewohner Oberammergaus sich Fertigkeiten in der Schnitzkunst erworben haben und damit einträgliche Geschäfte betreiben.

um 1600

Der Ort wird von den Sechs und den Zwölf verwaltet.

Die Sechs bilden eine Art Gemeindevorstandschaft. Sie kontrollieren die Rechnungsführung, sie beaufsichtigen die Gemeindearbeiten und bestellen den Schulmeister, die Gemeindediener und Hirten.

Die Zwölf bilden die Vertreter der Gemeinde. Sie werden von den Sechs bei wichtigen Angelegenheiten zu Rate gezogen.

Die Neuwahl der beiden Gremien findet jährlich statt.

Diese Gemeindebehörden waren dem Ettalischen Richter untergeordnet.

Anfang
17. Jhd.

Der Abt von Ettal Leonhard Hilpolt und der Murnauer Pfleger Urban Morhard weisen aus Oberammergau aufgrund der Überbevölkerung alle unrechtmäßig hier sesshaft Gewordenen aus.

Sie wandern nach Österreich und Schwaben sowie in andere Gebiete Bayerns aus.

Es gibt erste Hinweise, dass um diese Zeit bereits eine Schule in Oberammergau existierte.

17. Jhd.

Weitere Familien gewinnen im Ort an Bedeutung. Dies sind vor allem die Kriegls, die Ruetz, die Auers, die Glöggls, die Familien Ederle, Rainer, Ray und Zwink.

Erstmals kennt man Namen von jenen Oberammergauern, die sich mit der Schnitzerei beschäftigen.

Hans und Michael Faistenmantel, Simon, Veit, Jakob und Hans Rutz, Bernhard und Hans Eyrl, Balthasar Ray.

Das Gewerbe des Rottfuhrwesens betreiben noch: Hans Faistenmantel, Paul Bader, Paul Plaikner, Kaspar Auer, Kaspar Faistenmantel, Anton Auer, Gregor Rainer und Jörg Niggl.

Beschreibung der alten Kirche von Oberammergau:

Drei Altäre, wobei der Hauptaltar den Aposteln Petrus und Paulus und die beiden Seitenaltäre der hl. Dreifaltigkeit bzw. der hl. Jungfrau und Märtyrerin Katharina geweiht ist. An die Kirche ist eine Kapelle angebaut, in der ein Altar zu Ehren der hl. Mutter Anna errichtet ist.

1608

Johannes Reisch wird Pfarrer in Oberammergau.

1613

Johannes Gastl übernimmt die Pfarrei St. Peter und Paul.

1620

Der Pfarrhof brennt am 15. Dezember 1620 nieder.

1622

Zwei Geistliche werden in diesem Jahr als Pfarrherren erwähnt: Jodokus Windt und Urban Arber.

1625

Erneut findet ein Wechsel in der Pfarrei statt. Anton Pärtl heißt der neue Pfarrer.

1627

Primus Christeiner wird der neue Pfarrer in Oberammergau. Er ist eines der Opfer der Pest im Jahr 1633. Er stirbt am 28. Januar 1633 in Oberammergau.

1629

Magister Albert Wagner aus Ingolstadt wird Richter in Oberammergau. Davor hatten dieses Amt ein Dietrich Pettenpeck (bis etwa 1617) und ein Elias Stattler aus Mattrai inne.

1632

Einfall der Schweden in Bayern im Zuge des 30jährigen Krieges (1618-1648)

Am 4. Juni 1632 dringen schwedische Reiter plündernd bis zum Kloster Ettal vor, wo sie zwei zurückgebliebene Mönche töten.

1633

Marcellus Fatiga folgt Pfarrer Christeiner nach, stirbt aber noch im selben Jahr an der Pest (Tod am 19.3.1633 dokumentiert).

Ihm folgt nach der Pfarrer Felician Kraus.

1633

Die Pest wütet im Oberland. In Oberammergau sterben vom Kirchweihfest bis 28. Oktober 84 Personen am „Schwarzen Tod“. Daraufhin beschließen die Oberammergauer, alle zehn Jahre das Spiel vom Leiden und Sterben Jesu Christi aufzuführen, sollte der Ort von der Pest befreit werden.

„In dem großen Leidwesen, welches die furchtbare Krankheit über die Gemeinde gebracht hatte, sind endlich die Vorgesetzten der Gemeinde, die Sechs und Zwölf, zusammengetreten, und haben das Verlobniß gemacht, die Passionstragödie alle zehn Jahre zu halten, und von dieser Zeit an ist kein einziger Mensch mehr gestorben, obwohl noch etliche die Pestzeichen an sich hatten.“ (Vgl. Daisenberger, Geschichte des Dorfes Oberammergau, ND 1988, Seite 60)

1634

Erstmals wird das Spiel vom Leiden und Sterben Christi in auf dem Friedhof in Oberammergau aufgeführt. Es ist unbekannt, welcher Text damals verwendet wurde. Ab 1680 wird auf die Zehner-Jahre gewechselt.

1635

Bis ins Jahr 1641 ist Johannes Molitor der Oberammergauer Pfarrer.

1637-
1667

Das Frühmessbenefizium bleibt in diesen 30 Jahren unbesetzt, nachdem 1637 Andreas Perkhofer verstorben war.

1641

Hilarius Speidler übernimmt die Pfarrei von Oberammergau.

Im selben Jahr plant der Rottenbucher Probst die Errichtung eines eigenes Pfarrvikariats in Unterammergau.

1643

Große Mäuseplage in den Fluren rund um den Ort.

1644

Zur Verhinderung einer erneuten Mäuseplage wird der St. Magnus-Stab von Füssen gebracht und in feierlicher Prozession über die Felder getragen.

Zum zweiten Mal wird in Oberammergau das Passionsspiel aufgeführt.

1648

Bruderschaft des Heiligen Rosenkranzes wird gegründet.

Im selben Jahr wird Sigmund Marböck der Pfarrer von Oberammergau.

1654

Zwanzig Jahre nach dem Passionsgelübde ist der Friedhof der Pfarrkirche erneut Schauplatz des Spiels von Leiden und Sterben Jesu Christi.

1655

Primus Haltenberger heißt der neue Pfarrer von Oberammergau.

1664

Für dieses Passionsspiel ist erstmals ein Text überliefert. Das Manuskript stammt aus dem Jahr 1662 und ist eine Verbindung zweier älterer Passionsspieltexte.

Als neuer Pfarrherr wird Franz Mayr installiert.

1667

Elias Thoma wird als Frühmessbenefiziat eingesetzt.

Einige Jahre später wird der Oberammergauer Michael Eyrl Frühmessbenefiziat. Bekannt wurde er unter anderem durch die Herausgabe eines eigenen Buches: „poeta thelogicus“

1669

Der Rottenbucher Chorherr Augustin Grieninger wird Nachfolger von Franz Mayr als Ortsgeistlicher.

1670

Für zwei Jahre übernimmt Tobias Herele die Pfarrei.

1672

Ambros Mayr ist der neue Pfarrer von Oberammergau.

1674

Augustin Grieninger, Pfarrvikar in Oberammergau, erweitert den Text von 1662 mit Passagen aus einem Weilheimer Passionsspiel des Pfarrers Johannes Älbl.

1675

Tobias Herele übernimmt erneut – allerdings nur für ein Jahr – das Amt des Oberammergauer Pfarrers.

1676

Gilbert Gast, der spätere Probst des Augustinerchorherrenstifts Rottenbuch wird Pfarrer in Oberammergau.

1681 übergibt er die Pfarrgründe (vier halbe Viertel) an Dorfbewohner zur Bewirtschaftung.

1680

Die Gemeinde führt das Passionsspiel nun in den Zehnerjahren auf. Gründe dafür lassen sich in den Quellen nicht finden.

1682

Ein Kurfürstliches Revisorium vom 5. Januar 1682 bestätigt, dass die Bildschnitzerei als freies Gewerbe anzusehen ist.

1683

Floridus Porth folgt Gilbert Gast als Pfarrer nach. Bis 1691 bleibt er als Geistlicher in Oberammergau.

1687

Andreas Roman Erlböck, der aus Schlackenwörth in Böhmen stammte, übernimmt das Richteramt. Davor waren ein Georg Miller und ein Johannes Rieger in diesem Amt. Er bleibt Richter bis 1720.

1690

Zum siebten Mal wird das Passionsspiel in der Pfingstzeit aufgeführt.

In dieser Zeit wird der Pfarrhof umgebaut.

1691

Remigius Wager wird der neue Pfarrer in Oberammergau.

Die Gemeinde muss 13 Männer zur Landesverteidigung bereit halten.

1693

Erneut wird ein neuer Pfarrer eingesetzt. Nun übernimmt Albert Schaur das Amt.

1694

Nach nur einem Jahr wechselt zum wiederholten Mal der Ortspfarrer. Floridus Porth kommt für sechs Jahre wieder nach Oberammergau.

1695

Haustierbestand in den Jahren 1695-1697:

100

In dieser Zeit werden kaum Schafe und Ziegen in Oberammergau gehalten.

Viele Oberammergauer stehen damals als Tagelöhner in Diensten des Klosters Ettal.

Das Rottfuhrwesen wird praktisch nicht mehr betrieben.

1696

Gemeinde fasst den Beschluss zum Bau eines eigenen Schulhauses. Im folgenden Jahr wird der Bau durchgeführt.

In den Jahren 1696 / 97 waren die Sechs: Sebastian Ruez, Franz Würmseer, Urban Gabler, Adam Göbl, Sebastian Sailer, Hans Sprenger.

In den Jahren 1697 / 98: Kaspar Osterrieder, Franz Würmseer, Sebastian Sailler, Johannes Kriegl, Urban Sam, Mang Ruez.

In den Jahren 1698/ 99: Kaspar Osterrieder, Franz Würmseer, Sebastian Sailler, Johannes Kriegl, Urban Sam, Mang Ruez.

Ende des 17. Jhd.s betrugen die Einnahmen der Gemeindekasse: 386 Gulden 47 Kreuzer, Ausgaben: 343 Gulden 41 Kreuzer. Schuldenstand: 91 Gulden 27 Kreuzer.

1697

Einführung der Ölbergandacht durch Pfarrer Floridus Porth jeweils an den Donnerstagen in der Fastenzeit.

Ende
17. Jhd.

Zu dieser Zeit werden in Oberammergau jährlich zwischen 40 und 50 Kinder geboren. Mitte des 19. Jhd.s beläuft sich die Geburtenzahl auf zirka 30 bis 40 Kinder pro Jahr.

168 zu den Gemeindeanlagen beisteuernde Männer zählte damals der Ort.

Grundbesitzverhältnisse:

149 halbe Viertelhöfe, daneben 4 Halbviertelhöfe des hiesigen Richters, des Kammerrichters zu Ettal und des hiesigen Pfarrers.

25 Personen besaßen zwei halbe Viertel.

6 Personen besaßen je drei halbe Viertel.

64 Personen besaßen je einen halben Viertel.

Etwa 50 Prozent der Oberammergauer Einwohner hatte eigenen Grundbesitz.

Anfang
18. Jhd.

Aufblühen der Bildschnitzerei

Nun wird auch vermehrt mit Wachs und Keim als Material gearbeitet.

Oberammergauer vertreiben ihr Kunsthandwerk mittlerweile in ganz Deutschland und Europa.

Verleger aus dem Ort betreiben Niederlassungen in St. Petersburg (Russland), Kopenhagen (Dänemark), Trondheim (Norwegen), Göteborg (Schweden), Cadix (Spanien), Bremen (Preußen), Groningen (Niederlande), Amsterdam (Niederlande).

Der ganze Ort profitiert vom wachsenden Handel mit Schnitzwaren.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wird das Fassen der Schnitzereien in Oberammergau als neuer Handwerkszweig eingeführt.

Anfang des 18. Jahrhunderts ist ein Michael Weber Lehrer in Oberammergau.

1700

Malachias Pessenbacher heißt der neue Pfarrer.

Die Aufführung des Passionsspiels in diesem Jahr verursacht der Gemeinde Schulden in Höhe von 60 Gulden.

1701

Gaudenz Mayr wird Pfarrer in Oberammergau.

1702

Floridus Porth übernimmt zum dritten Mal das Amt des Pfarrers.

1703

15 Mann aus Oberammergau errichten hinter dem Linderhofe und am Kienberg oberhalb der Au (Oberau, Ldk. Garmisch-Partenkirchen) Verhaue und Schanzen.

Tiroler und kaiserliche Truppen nehmen am 27. August 1703 die Schanze der Landwehren bei Farchant und dringen Richtung Norden vor.

Oberst Baron Heindl marschiert über den Kienberg ins Ammertal.

Die Oberammergauer Bevölkerung flieht daher aus dem Ort. Da der Ettaler Abt 5000 Gulden an die siegreichen Truppen zahlt, bleibt der Ammergau von Plünderungen verschont.

Bis ins Jahr 1708 hinein ist German Pecher, ebenfalls ein Rottenbucher Konventuale, der Pfarrer von Oberammergau.

1704

Ober- und Unterammergauer Landwehrmänner wehren am 28. Januar 1704 einenTiroler Einfall ab.

Später im Frühjahr 1704 wird unterhalb der Kapellenwand eine Schanze zum Schutz des Ortes errichtet.

1708

Ein extrem kalter Winter lähmt das Leben im Ammertal.

Zum zweiten Mal übernimmt Gaudenz Mayr die Pfarrei Oberammergau.

1709

Remigius Wager wird der Nachfolger von Gaudenz Mayr als hiesiger Ortsgeistlicher.

1710

Erneut findet ein Wechsel in der Pfarrei statt. Gaudenz Mayr übernimmt ein drittes Mal die Pfarrstelle im Ort unterm Kofel.

Der Frühmessbenefiziat Thomas Ainhaus leitet das Passionsspiel und verbessert dazu auch den Text geringfügig.

1712

Die Oberammergauer Landwirtschaft wird von einer Pferde- und Rinderseuche heimgesucht.

Ignaz Reiner, der in Oberammergau auch begraben ist, wird Pfarrer.

1714

Albert Schaur übernimmt für mehrere Jahre das Pfarramt in Oberammergau.

1719

Ein schwerer Sturm richtet großen Schaden im Bannwald oberhalb des Malensteins an.

1720

In den Gemeinderechnungen ist ein Schuldenstand von 3219 Gulden dokumentiert. Erst im Jahr 1766 ist die Gemeinde wieder schuldenfrei und bleibt es bis 1796.

Auch in diesem Passionsjahr übernimmt Thomas Ainhaus die Leitung des Spiels. Die Gemeinde muss ein Minus von 73 Gulden tragen. Wahrscheinlich hat Pater Karl Bader vom Kloster Ettal den Text für dieses Spiel überarbeitet.

Johann Reischl heißt der neue ettalische Richter in Oberammergau.

1723

Kurfüst Max Emanuel besucht das Kloster Ettal. Eine berittene Mannschaft aus Oberammergau paradiert dort zur Begrüßung.

1724

Joseph Ignaz Daser kommt in Oberammergau auf die Welt.

1750 wird er zum Priester geweiht

Der aus einem wohlhabenden Hause stammende Daser baute sich in Oberammergau ein prächtiges Wohnhaus neben der Kirche. Heute ist in diesem Gebäude das Staatl. Forstamt untergebracht.

Er stiftet sehr viel Geld für die Armen des Ortes.

Am 1. Juli 1785 stirbt Joseph Ignaz Daser in Oberammergau.

1725/26

Großer Wein- und Bierprozess.

1726

Augustin Sartor wird der neue Pfarrer.

1729

Waldbrand oberhalb der Kapellenwand. 18 Oberammergauer Männer sind zum Löschen im Einsatz.

1730

Nach vierjähriger Amtszeit Sartors wird Anselm Mannhardt Pfarrherr.

Das Passionsspiel wird in diesem Jahr zweimal aufgeführt. Den Ausgaben von 158 Gulden stehen Einnahmen in Höhe von 74 Gulden gegenüber. Der Frühmessbenefiziat Max Anton Erlböck leitet erstmals das Spiel. Der Rottenbucher Chorherr Anselm Manhardt, der 1730 Pfarrvikar in Oberammergau wird, erneuert den Text, integriert allegorische Figuren (Neid, Sünde, Tod) und führt Lebende Bilder ein.

1731

Das Ökonomiegebäudes des Pfarrhofs gerät in Brand und wird völlig zerstört. Joseph Schmuzer, der auch die neue Pfarrkirche mit errichtet hat, wird mit von Pfarrer Mannhardt mit dem Wiederaufbau beauftragt.

Die Kosten für den neuen Pfarrhof belaufen sich auf 1334 Gulden.

1732

Eine schwere Viehseuche grassiert in Oberammergau. Zudem richtet eine Mäuseplage großen Schaden auf den Wiesen und Äckern an.

Augustin Sartor übernimmt für drei Jahre noch einmal die Pfarrei im oberen Ammertal.

1735

Der spätere Prälat des Stifts Rottenbuch, Clemens Prasser, wird neuer Pfarrer. Er leitet federführend den Bau der neuen Kirche und prägt das theologische Programm, nach welchem der neue Kirchenbau ausgestattet wird.

1736

Der Bau der neuen Pfarrkirche wird begonnen. Wegen der Baufälligkeit des alten Gotteshaus wird der Neubau nötig.

Neben Josef Schmuzer, dem Architekten, wirken am Bau Franz Xaver Schmädl (Schnitzereien, Altäre) und Matthäus Günther (Fresken) mit.

1737

Nach schweren Regenfällen tritt die Laine über ihre Ufer und setzt den Ort unter Wasser.

Franz Feichtmair wird als Richter eingesetzt und übt das Amt bis 1742 aus.

1739

Am Allerheiligenfest wird die erste Messe im neuen Kirchenbau gefeiert.

1740

Sehr strenger Winter mit großem Frost. Noch im Mai 1740 bedeckt eine hohe Schneedecke das Tal. In Folge dieses miserablen Wetters fällt die Ernte in diesem Jahr katastrophal aus.

Zweimal wird das Passionsspiel aufgeführt. Max Anton Erlböck leitet wiederum die Inszenierung.

Prosper Staudinger folgt Clemes Prasser als Pfarrer nach.

1742

Der Neubau der Pfarrkirche wird abgeschlossen.

In diesem Jahr übernimmt Melchior Dösch das Richteramt, welches er bis 1792 ausübt. Am 15. Juli 1792 stirbt er im Alter von 78 Jahren.

1744

Nach einem Blitzschlag brennen am 5. Juli 1744  im Ort neun Häuser nieder. Die neue Pfarrkirche kann mit Müh und Not vor den Flammen gerettet werden.

1748

In der Fastenzeit wird erstmals die Kreuzschule Christi in der Kirche dargestellt. An jedem Fastensonntag wird ein Akt aufgeführt.

Wie schon 1737 richtet ein Laine-Hochwasser erneut großen Schaden im Ort an.

1749

Feierliche Einweihung des neues Gotteshauses „St. Peter und Paul“ am 17. Juni 1749 durch Weihbischof Johann Ferdinand Freiherr von Poedigheim aus Freising.

Viele wohlhabende Oberammergauer Bürger trugen zur Ausstattung der Kirche bei.

Joachim Bauhofer übernahm die Herstellung des Hochaltars

Martin Ruez finanzierte den Dreifaltigkeitsaltar

Sebastian Pusch stiftete für den Kreuzaltar

Die Verleger Linder und Hohenleitter übernahmen die Kosten für den St.-Anna-Altar

Der gebürtige Oberammergauer Ignaz Daser stiftete den Antonius-Altar

Im Jahr der Kirchenweihe übernimmt Albert Königsmann die Pfarrei. Er wird später Dekan des Klosters Rottenbuch.

1750

Erstmals wird das Passionsspiel auf der Grundlage des neuen Textes von Pater Ferdinand Rosner OSB aus Ettal aufgeführt.

Die erste Aufführung an Pfingsten wird durch schweren Schneefall behindert.

Die Neuinszenierung verursacht recht hohe Kosten für die Gemeinde. Das Minus beläuft sich auf knapp über 88 Gulden, obwohl knapp 11.000 Zuschauer kommen.

Die Gemeinde wählt den hl. Gregorius den Wundertäter zum Fürbitter in Wassergefahren.

Zur besseren Abwehr von Feuergefahren lässt die Gemeinde in Telfs (Tirol) eine neue Spritze anfertigen.

1752

In der Oberammergauer Pfarrkirche St. Peter und Paul wird der hl. Kreuzweg eingesetzt.

1758

Die Kreuzschule wird nun auf einem öffentlichen Platz und nicht mehr in der Kirche aufgeführt. Es wird beschlossen, sie jeweils zwei Jahre vor dem Passionsspiel auf die Bühne zu bringen.

Johann Martin Reichard wird der neue Lehrer von Oberammergau. Bis zu seinem Tod 1802 bleibt er hier Schulmeister.

1760

Erneut kommt das barocke Passionsspiel des Ettaler Paters Ferdinand Rosner zur Aufführung. Mittlerweile gilt dieses Spiel vielen Orten in Bayern als nachzuahmendes Vorbild eines geistlichen Schauspiels.

Erneut muss die Gemeinde für die Aufführung der Passion Gelder aus der Gemeindekasse zur Verfügung stellen. Letztlich bleibt ein Minus von 156 Gulden, das auszugleichen ist.

Der in Oberammergau geborene Gottlieb Eyrl, der Dominikaner-Ordensbruder in Rom ist, stiftet mit Datum vom 3. November 1760 seiner Heimatgemeinde die Reliquien des hl. Märtyrers Amandus.

Der Oberammergauer Kaufmann Jakob Roder macht sich mit ihnen von Neapel kommend auf den Weg nach Oberammergau. Nach der kunstvollen Fassung der Reliquien im Augsburger Sternkloster werden sie in der neuen Pfarrkirche eingesetzt.

1762

Augustin Pärtl heißt der neue Pfarrer von Oberammergau.

1763

Zum letzten Mal findet in diesem Jahr am Karfreitagsabend der Umzug der Geißler statt. Wegen diverser Ausschreitungen wird dieser Brauch in ganz Bayern verboten.

1765

Die Gemeinde errichtet am Kalkofen unterhalb des Labers die St. Gregorius-Kapelle.

Am 14.5.1765 werden dort in andächtiger Prozession die Bilder eingesetzt.

1766

Beginn der Arbeiten an der Erhebung der neuen Landstraße im Ammertal.

1767

Im September 1767 tritt die Laine erneut über die Ufer. Viele Äcker und der Ort werden verwüstet.

Die Gemeinde veranlasst den Bau von sechs Dämmen im Tal zwischen Aufacker und Laber zur Bändigung der Laine.

1769

Am 25.5.1769 tritt die Laine über ihre Ufer.

Ein kurfürstlicher Kommissar, der wegen des Hochwasserproblems nach Oberammergau gekommen war, schlägt vor, die Laine entlang der Berge im Norden des Ortes ins Moos zu leiten.

In den Gemeinderechnungen 1770 / 71 erscheinen zwar einige Posten für den Bau dieses neuen Lainebettes, doch bald danach wird dieses Projekt eingestellt.

Am 24.8.1769 wird der Ammergau von zwei schweren Erdstößen erschüttert.

In den nächsten sechs Jahren ist Gaudenz Perchtold der Pfarrer von Oberammergau.

1770

Am 31. März 1770 wird ein allgemeines Verbot von Passionsspielen in Bayern erlassen.

Oberammergau entsendet zwei Deputierte nach München, um doch noch eine Ausnahmegenehmigung zu erlangen.

Am 22. Mai 1770 wird das Ersuchen der Oberammergauer endgültig negativ beschieden.

Die bis dahin von der Gemeinde getätigten Ausgaben in Höhe von knapp 156 Gulden müssen die Einwohner tragen.

1774

Am 26. Januar 1774 brennen im Ort sechs Häuser nieder, nachdem im Anwesen des Franz Anton Rutz ein Feuer ausgebrochen war.

1775

Am 16. September 1775 hält sich Fürstbischof Joseph Ludwig von Freising in Oberammergau auf und zelebriert eine hl. Messe.

Mansuet Mörwald übernimmt die Pfarrei.

1776

Am Pfingstmontag findet die Premiere der Komödie „Die Komödie vom hl. Hermenegild“ statt.

Erneuter Wechsel an der Spitze der Pfarrei. Floridus Lachmayr ist der neue Ortsgeistliche.

1777

Verheerender Ortsbrand in Unterammergau am 23. Mai 1777. Die Oberammergauer Bevölkerung hilft mit zwei Spritzen bei den Löscharbeiten.

1778

In diesem Jahr wird wieder die Kreuzschule aufgeführt.

1780

Die Gemeinde Oberammergau erhält die Erlaubnis, das Passionsspiel in diesem Jahr zur Aufführung zu bringen. Hilfreich ist dabei auch die Vorlage eines neu betitelten und überarbeiteten Textes von Pater Magnus Knipfelberger, der den Rosner-Text auf knapp unter 5000 Verse gekürzt hat (von ehedem fast 8500 Versen).

1781

Die Straße zwischen Au (Oberau, Ldk. Garmisch-Partenkirchen) und Hechendorf bei Murnau wird neu erhoben.

Damit kommt das Rottfuhrwesen durch das Ammertal fast völlig zum Erliegen.

1785

Die Gemeinde hat sich mittlerweile dazu entschlossen, die Kreuzschule schon fünf Jahre vor dem Passionsspiel aufzuführen.

1786

In Unterammergau wird eine Lokalkuratie der Pfarrei eingerichtet. Der Kaplan nimmt dort seinen ständigen Sitz und verlässt Oberammergau.

1790

Die Gemeinde kann in diesem Jahr fünf Aufführungen der Passion durchführen.

1791

Zum wiederholten Male werden die Passionsspiele in Bayer verboten. Oberammergau wird aber sein Privileg von 1780 bestätigt.

1792

Benedict Seidl folgt Melchior Dösch als Richter nach. Er bleibt es bis zur Auflösung des Klosters Ettal 1803.

1793

Eine schwere Viehseuche betrifft auch die Tierbestände im Ammergau. Von September bis Dezember 1793 gehen knapp 200 Tiere zu Grunde.

Der Augustinerchorherr Franz Rid wird neuer Pfarrer.

1796

Am 26. August 1796 lagern 6000 Mann der kaiserlichen Armee auf der Herrenpuit. Am folgenden Tag werden erneut 7000 Soldaten, die sich auf Durchmarsch befinden, hier einquartiert.

In dieser schwierigen Zeit übernimmt Albin Schwaiger das Amt des Pfarrers von Oberammergau. Er bleibt über das Jahr 1803 hinaus Pfarrer im Ort.

Ende
18. Jhd.

In der Gemeinde leben 197 anlagepflichtige Männer. Man verzeichnet 205 Haushaltungen im Ort, die sich auf 128 Häuser verteilen. Insgesamt gibt es damals 208 Herdstellen in Oberammergau.

Zwischen 1791 und 1800 werden durchschnittlich 35 Kinder pro Jahr geboren.

Der Grundbesitz in der Gemeinde teilt sich auf 147 halbe Viertel, zu dem noch 16 halbe Viertel als Eigentum des Klosters Ettal kommen.

1800

Am 12. Juli 1800 kommt es im Gebiet um die Gemeinde Oberammergau zu Kämpfen zwischen den kaiserlichen Truppen und der französischen Armee. Die Franzosen plündern im Ort.

Zum Gedenken an diesen Tag werden in der Pfarrkirche Kanonenkugeln aufgehängt.

Trotz der Kriegswirren wird das Passionsspiel in diesem Jahr fünfmal aufgeführt. Im folgenden Jahr werden die Spiele nachgeholt, die 1800 wegen des Krieges nicht mehr auf die Bühne gebracht werden konnten. Viele Österreicher befinden sich unter den Zuschauern.

1801

Joh. Nikolaus Unhoch wird neuer Frühmessbenefiziat in Oberammergau. Der am 6. Dezember 1762 geborene Sohn eines Oberammergauer Bildschnitzers besuchte die Schule in Ettal und anschließend das Jesuiten-Kollegium in Augsburg. Während seiner Zeit in Oberammergau war er auch kurfürstlicher Schulinspektor für den Ammergau.

Im Jahr 1823 veröffentlicht er ein wichtiges Werk über die Bienenzucht: „Anleitung zur wahren Kenntniß und zweckmäßigsten Behandlung der Biene“

Im selben Jahr verlässt er nach einem Streit mit der Gemeinde seinen Geburtsort und wird Frühmesser in Garmisch.

Am 24. Mai 1833 stirbt er in Schongau, wo er bereits 1826 das St.-Nikasi-Benefizium übernommen hatte.

1802

Der gebürtige Oberammergauer Rochus Dedler wird Lehrer in seiner Heimatgemeinde.

Der am 15. Januar 1779 geborene Dedler stirbt am 15. Oktober 1822 in Oberföhring. Der begnadete Komponist schuf neben vielen kirchenmusikalischen Werken auch die Passionsmusik, die 1810 erstmals erklang. Bis heute werden seine Werke in Oberammergau aufgeführt.

Seit diesem Jahr finanziert die Gemeinde zusätzlich einen Hilfslehrer, um die wachsende Zahl an Schülern besser versorgen zu können.

Eine Milzbrandseuche rafft 40 Stück Hornvieh dahin.

1803

Eine Chronik vermerkt unter dem 11. März 1803, dass in Oberammergau und Ettal Erdstöße vernommen wurden.

Am 1. April 1803 wird die Aufhebung sämtlicher Prälatenklöster und geistlicher Herrschaften in Bayern wirksam. Davon sind auch die beiden Klöster Ettal und Rottenbuch betroffen, welche die politische bzw. geistliche Herrschaft über Oberammergau inne hatten.

Am 10. Oktober 1803 beginnt der Verkauf der Ettaler Gründe im Ammergau. In Oberammergau werden 117 Parzellen veräußert. 58 Oberammergauer Gemeindemitglieder sind daran beteiligt und kaufen eins oder mehrere Grundstücke.

Auch das Ettaler Gericht in Oberammergau hört zu diesem Zeitpunkt auf zu existieren.

ab 1803

Die Gemeinde Oberammergau untersteht dem Landgericht Schongau. In den ersten Monaten des Jahres war die Gemeinde dem provisorischen Landgericht Murnau unterstellt.

Ab 1808 war das Landgericht Schongau und damit die Gemeinde kurzzeitig dem Illerkreis zugeordnet, ab 1817 erfolgte wieder die Eingliederung in den Isarkreis in Altbayern.

In Oberammergau werden erstmals die vier Jahrmärkte abgehalten.

1804

Der letzte Propst des Stifts Rottenbuch, Herkulan Schwaiger, zieht nach Oberammergau. Er bewohnt das ehemalige ettalische Richterhaus, das ursprünglich von Joseph Ignaz Daser erbaut wurde.

Eine kurfürstliche Kommission kommt nach Oberammergau, um die Organisation der Pfarrei der veränderten Lage anzupassen. Das bisherige Pfarrgut bestand aus 33 ¼ Tagwerk. Davon werden 20 Tagwerk als künftiges Pfarrwiddum dem Pfarrer förmlich zu gewiesen.

1805

Das kurfürstliche Generallandeskommissariat bestätigt den Pfarrvikar Albin Schwaiger am 28. Oktober 1805 als Pfarrer von Oberammergau.

1806

Mit einem feierlichen Hochamt, Festgeläute und Böllerschüssen feiert die Gemeinde die Erhebung Bayerns zum Königreich.

1810

Schon im Jahr 1801 wies Maximilan Graf Montgelas den Ettaler Richter in Murnau an, den Oberammergauern das Spielen der Passion nicht mehr zu erlauben. Daher kann 1810 keine Aufführung erfolgen.

Das Ordinariat in Freising bestätigt am 14. November 1810 die Neuordnung der Pfarrorganisation.

1811

Die Gemeinde kämpft eisern für die Spielerlaubnis, die ihr im März 1811 erteilt wird. Nicht zuletzt die Vorlage eines neuen Textes, der von Pater Ottmar Weiss verfasst wurde, überzeugt die Regierung. Zudem komponierte Rochus Dedler eine völlig neue Musik.

Die zahlreichen Besucher zeigen sich begeistert von dem neuen Spiel.

1812

Auch Oberammergauer Männer nehmen am Russlandfeldzug Napoleons teil. Elf dieser Männer fallen in Russland, nur drei kommen zurück in die Heimat.

Der letzte Wolf wird im Ammergau erlegt.

1815

Im Sommer 1815 wird elfmal das Passionsspiel aufgeführt. Unter den Besuchern finden sich unter anderem Prinz Eugen und Maximilan Graf Montgelas. Pater Ottmar Weiss arbeitet erneut seinen Text um, Rochus Dedler musste daher die Musik teilweise neu komponieren.

Nikolaus Unhoch baut aus diesem Anlass eine neue Bühne, die vor allem durch die klassizistischen Formen auffiel.

1816

Die Laine wird verlegt. Ihr Bett führt nun durch die Furch in die Ammer und ist damit weiter vom Ort entfernt.

1817

In der Nacht vom 18. auf den 19. November zerstört eine Feuersbrunst in Oberammergau 34 Häuser, darunter das Schulhaus, in dem auch das Archiv der Gemeinde untergebracht war.

Als Konsequenz des Dorfbrandes entsteht im folgenden Jahr 1818 die äußere Gasse in Richtung Ettal. Die dort errichteten Häuser werden weit entfernt voneinander gebaut.

1818

Statt der Sechs leitet nun ein Obmann, d.h. ein Bürgermeister die Geschicke der Gemeindeverwaltung.

Die letzten Sechs waren 1817 / 18: Martin Tobias Hohenleitter, David Linder, Ignaz Zwink, Franz Rutz, Johann Liebherr, Rupert Anwander.

Von 1818 bis 1830 ist Dominicus Rutz der Gemeindevorsteher.

Ein neues Schulhaus wird errichtet.

Nach den Krisenjahren unter Napoleon verbessert sich die wirtschaftliche Situation im Ort wieder. Die Schnitzindustrie erfreut sich an der großen Nachfrage nach Oberammergauer Schnitzwaren.

1820

Pater Ottmar Weiss leitet ein letztes Mal das Passionsspiel. Nur noch in diesem Spieljahr wird es auf dem Friedhof nahe der Pfarrkirche aufgeführt.

Ähnlich dem Text von Ferdinand Rosner Mitte des 18. Jahrhunderts wurde auch der Weiss-Text zum Vorbild vieler Passionsspiele im alpenländischen Raum.

1821

Der Oberammergauer Verleger Georg Lang stirbt am 4. November 1821 im Alter von 73 Jahren.

1824

Kurz nach seiner Resignation als Oberammergauer Pfarrer stirbt Albin Schwaiger am 6. September 1824 in Rottenbuch.

1825

Zum ersten Mal in diesem Jahrhundert wird die Kreuzschule in Oberammergau aufgeführt. Der Text dazu stammt von Pater Ottmar Weiss.

ab 1826

Wegen des langen Weges nach Schongau wird die Gemeinde Oberammergau dem Landgericht Werdenfels zugeordnet, welches seinen Sitz im näher gelegenen Garmisch hat.

1829

Kronprinz Maximilian und Prinz Otto besuchen das Schnitzwarenlager von Johann Ev. Lang.

1830

Das Passionsspiel findet heuer erstmals auf der neu errichteten Bühne außerhalb des Ortes statt. Bis dato wurde auf dem Friedhof gespielt. Knapp 13000 Besucher kommen wegen des Spiels nach Oberammergau.

Am 28. Mai 1830 stirbt Herkulan Schwaiger in Oberammergau. 1819 wurde ihm sogar von König Maximilian I. der Bischofsstuhl von Augsburg angetragen, welchen er aber abgelehnt hat.

Jakob Wiedemann wird Gemeindevorsteher und übt das Amt bis 1833 aus.

1831

König Ludwig I. besucht am 11. August 1831 das ehemalige Kloster Ettal und anschließend die Passionspielgemeinde.

1833

Der Wachsbossierer Andreas Bierling folgt Jakob Wiedemann als neuer „Bürgermeister“ der Gemeinde nach.

1836

Gründung des St.-Lukas-Vereins zur Unterstützung unverschuldet hilfsbedürftiger Mitglieder.

1850 erhält der Verein von König Maximilian 1000 Gulden als Geschenk.

Es kommt zur Erweiterung des Vereinszwecks auf die Sicherung der Wohlfahrt der lokalen Kunstproduktion.

Im Jahr 1857 weist der Verein ein Gesamtvermögen von 1200 Gulden auf. Vorstand ist der Verleger Johann Ev. Lang.

Von 1836 bis zu seinem Tod am 24. April 1852 ist Michael Diemer Gemeindevorsteher von Oberammergau.

1838

Die Bevölkerung führt zwei Theaterstücke von Kotzebue auf.

Kronprinz Maximilian veranstaltet am 25. Oktober 1838 erstmals eine Kofeljagd in Oberammergau.

Im November 1842 und im August 1843 reist er ebenfalls zur Kofeljagd ins Ammertal.

1839

Pfarrer Georg Alois Plutz resiginiert als Pfarrer von Oberammergau. Bis zu seinem Tod lebt er in seinem Wohnhaus, das er an der Stelle des alten Gemeindekastens errichtet hatte. Heute befindet sich an dieser Stelle das Rathaus.

Die Gemeinde beschließt die Kultivierung des Lindermooses.

1840

Johann Ev. Bahngruber wird am 4. Februar 1840 zum Oberammergauer Pfarrer ernannt. Fünf Jahre später wechselt er nach Attenkirchen bei Freising.

Die Aufführungen des Passionsspiels werden in diesem Jahr sehr gut besucht (ca. 35.000 Besucher). Die Gemeinde erzielt einen Gewinn von 16000 Gulden.

Der königliche Landrichter Allioli macht sich um das Passionsspiel sehr verdient. Außerdem wird das Spiels erstmals durch etliche Zeitschriftenaufsätze und Berichte öffentlich gewürdigt.

1844

Am 16. Juni 1844 verlieren 24 Familien durch eine Feuersbrunst ihre Häuser.

Kronprinz Maximilian spendet für die betroffenen Familien 450 Gulden, die Bauern aus Graswang 100 Gulden und der aus Oberammergau stammende Münchner Hofchirurg Joh. Nep. Frankl 50 Gulden.

Darüber hinaus initiiert der Verleger Johann Lang 1850 zu Gunsten der Betroffenen eine bayernweite Sammlung. Allein in München werden 2000 Gulden gespendet, insgesamt kommen 9100 Gulden zusammen.

1845

Joseph Alois Daisenberger wird als Pfarrer von Oberammergau installiert. Als Bearbeiter des Passionstextes von Pater Ottmar Weiss und Verfasser der Geschichte des Dorfes Oberammergau prägt er das Leben in der Gemeinde über Jahrzehnte.

1848

König Maximilian besucht Oberammergau und wird von der Bevölkerung begeistert empfangen.

In Oberammergau regt sich erstmals politisches Leben angesichts der Revolution in Deutschland. Die Bevölkerung ist aber weiterhin mehrheitlich liberal-konservativ eingestellt.

Die Oberammergauer stellen ein Landwehr-Freikorps auf, das aus 130 Mann besteht und von Martin Schaller kommandiert wird.

1849

Das Oberammergauer Freikorps wird am 14. Mai 1849 von Herzog Max in Bayern gemustert.

1850

Die 14 Aufführungen des Passionsspiels werden überaus gut besucht. Die Zahl der Besucher steigt auf knapp 45.000. Erstmals wird der überarbeitete Text von Joseph Alois Daisenberger gespielt. Aus den Gewinnen des Passionsspiels stiftet die Gemeinde 6500 Gulden für gemeinnützige Zwecke, 10000 Gulden werden an die Mitwirkenden ausbezahlt.

Die Studentenvereinigung Ambronia gründet in Oberammergau eine Gesellschaft. Schnitzer und Studenten bilden die Mitglieder.

1851

Am Ort wird eine Postexpedition errichtet, nachdem die Verbindung von Au nach Schongau zur Poststrasse erhoben wurde.

1852

Nach dem Tod von Michael Diemer wird Josef Jakob Rutz Gemeindevorsteher. Er bleibt es bis 1857.

1854

Gründung des St. Johannis – Local – Zweigvereins mit dem Ziel der Armenunterstützung. Im Jahr 1857 unterstützt er 30 Personen.

1856

Die Gemeinde beginnt mit dem Bau eines Kanals zum Schutz vor dem Laine-Hochwasser. Abgeschlossen werden die Arbeiten im Jahr 1858.

1857

Der Erzbischof Gregor von München und Freising spendet am 24. Juni 1857 in Oberammergau das hl. Sakrament der Firmung.

Der Bildschnitzer Rupert Schauer wird Gemeindevorsteher von Oberammergau. Als eine seiner ersten Amtshandlungen lässt er die Kultivierung des Scherenlaichs (zwischen Graswang und Oberammergau) durchführen, um mehr landwirtschaftliche Flächen im Ammertal zu gewinnen.

1858

Johann Ev. Lang übergibt das Verlagsgeschäft an seinen Sohn Eduard Lang.

Im Jahr 1858 betreiben 62 Männer das Schnitzgewerbe in Oberammergau. Daneben betreiben 18 Oberammergauer das Lohnfuhrwerk bzw. den Holzhandel, 48 Tagelöhner arbeiten (meist als Holzarbeiter) im Ort, 5 Jagdgehilfen, 7 Gastwirte und diverse andere Handwerker verdienen ihren Lebensunterhalt in der Kofelgemeinde.

1860

Im Vergleich zum Passionsspiel von 1850 wächst die Zahl der Besucher erneut stark an. 100.000 Zuschauer besuchen die 21 Aufführungen und sind begeistert von dem von Pfarrer Joseph Alois Daisenberger neu erarbeiteten Text und der Musik von Rochus Dedler.

1861

Der Turn- und Sportverein wird in Oberammergau gegründet.

ab 1862

Neu eingerichtete Bezirksämter als untere Verwaltungsebene.

1866

Lehrer Sacerdos Schaber gründet mit 19 Sänger den Männergesangsverein Liederkranz.

1869

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr am 18. November 1869.

1870

Erstmals wird im Rahmen der Vorbereitung der Passionsspiele das Passionsspielkomitee erwähnt. Die Aufführungen werden durch den Deutsch-Französischen Krieg unterbrochen im Jahr 1871 fortgesetzt. Auffällig ist die Vielzahl von Besuchern aus England und Amerika.

1876

Antrag auf Erhebung des Bierpfennigs zum Abbau des Schuldenbergs am 10. Oktober 1876. Mittlerweile 34.000 Mark Schulden und jährliche Zinsen in Höhe von 1.800 Mark.

Regierung von Oberbayern gewährt nur einen statt zwei Pfennig Lokal-Malzaufschlag. Der Bierpfennig bleibt bist 1919 erhalten.

1877

Ludwig Lang beginnt mit Schnitzunterricht für den Oberammergauer Schnitzernachwuchs.

1879

Die Gesellschaft Feuchtes Eck wird in Oberammergau gegründet.

1880

Johann Ev. Lang, der Bürgermeister Oberammergaus, wird neuer Spielleiter. Unter seiner Ägide wird der Umbau der Bühne durchgeführt. Knapp 100.000 Besucher sehen das Spiel.

1881

Eröffnung des neuen Rathauses. Davor waren die Amtsräume der Gemeinde im Schulhaus untergebracht.

1883

Geistlicher Rat Joseph Alois Daisenberger, langjähriger Pfarrer von Oberammergau, Verfasser des Passionstextes und der Geschichte des Dorfes Oberammergau stirbt.

1884

Gründung des Verschönerungs- und Verkehrsvereins durch Guido Lang.

1887

Oberammergauer Lohnarbeiter gründen einen Unterstützungsverein für Holz- und Erdarbeiter. 1912 Neugründung und Aufstellung neuer Statuten.

1889

Die neue Kienbergstraße, die Oberau mit Ettal und dem Ammertal verbindet, wird eröffnet.

1890

Das Passionsspiel wird von insgesamt 124.000 Besuchern gesehen.

Die Schnitzschule bezieht die neuen Räume an der Ettaler Straße. Ab 1908 kann an der hiesigen Schnitzschule die Gesellenprüfung abgelegt werden.

Nach den Passionsspielen wird das neue Krankenhaus errichtet, welches sich die Gemeinde wegen der Gewinne aus dem Passionsspiel endlich leisten kann.

1894

Gründung des Bürgervereins. Zweck des neuen Vereins war u.a. die Bekämpfung der katastrophalen Finanzpolitik des Bürgermeisters Johann Evangelist Lang. Ziel ist eine Erhöhung des allgemeinen Wohlstandes.

Bau eines Wasserreservoirs in St. Gregor zur Optimierung der Trinkwasserversorgung.

1898

Die Modernisierung der Wasserversorgung in Oberammergau kommt zu einem Ende. Mittlerweile sind fast alle Haushalte an das Leitungsnetz angeschlossen.

In diesem Jahr wird die Landwirtschafts- und Gewerbebank im Ort gegründet.

1899

Gründung des Bienenzuchtvereins.

1900

175.000 Besucher sehen das Passionsspiels, das von Ludwig Lang geleitet wird. Anton Lang spielt erstmals den Christus.

Die Gäste der Passionsspiele können erstmals direkt mit dem Zug bis nach Oberammergau fahren, nachdem die Lokalbahn AG die Verbindung zwischen Murnau und Oberammergau eröffnet hat.

1901

Eröffnung des neuen Übungstheaters im Oktober 1901.

1903

Leseverein wird gegründet. Ziel ist u.a. die Förderung junger Talente für die Passion.

1908 wird im Haus von Guido Lang ein Leseraum eingerichtet.

1905

Die Gemeinde führt erstmals seit langer Zeit wieder die Kreuzschule auf.

1906

Gründung des Obstbauvereins und des Musikvereins.

1906-
1911

Durchführung der Ammerkorrektion

1907

Heinrich Uhlschmid gibt die erste Oberammergauer Zeitung heraus, die „Ammergauer Zeitung“. Im Jahr 1938 muss sie unter dem Gleichschaltungsdruck der Nationalsozialisten ihr Erscheinen einstellen.

In Oberammergau wird ein Sozialdemokratischer Verein gegründet.

1909

Die Schnitzschule bezieht im November 1909 das neue Schulhaus, das vom Münchner Architekten Franz Tell entworfen worden ist. Zu diesem Zeitpunkt sind 100 Schüler eingeschrieben, wovon 38 von auswärts kommen.

1910

Ludwig Lang, der Direktor der Schnitzschule, inszeniert das Passionsspiel. Über 220.000 Besucher sehen das Spiel, das wiederum nach dem Text von Joseph Alois Daisenberger und der Musik von Rochus Dedler inszeniert wird.

Guido Lang schlägt vor, im Gebäude der alten Schnitzschule einen Kinderhort einzurichten.

1918

Kurz nach dem Ende des Ersten Weltkrieges formiert sich in Oberammergau das politische Leben neu. Im November bzw. Dezember 1918 bilden sich die Bayerische Volkspartei und die SPD im Ort.

1919

Im Oktober initiiert Guido Lang die Gründung einer Kleinwohnungsbau-genossenschaft, um die Wohnungsnot im Ort zu bekämpfen.

1922

Erst in diesem Jahr können die Passionsspiele, die eigentlich 1920 aufgeführt werden sollten, realisiert werden. Die Lebensmittelknappheit und die Kriegsgefangenschaft vieler Mitwirkender machte den späteren Termin notwendig.

Wegen der Inflation im folgenden Jahr 1923 kann die Gemeinde von diesem Spiel finanziell nicht profitieren.

Spielleiter ist erstmals der noch junge Bildhauer Georg Johann Lang. Über 310.000 Besucher bedeuten einen erneuten Rekord der Zuschauerzahlen.

Im Mai 1922 wird das Waisenheim eröffnet, welches dank einer Spende der deutschstämmigen US-Bürgerin Marie Mattfeld realisiert werden konnte. Trägerin des Heims ist die Stadt München.

1923

Der Verein Heimatkunst Oberammergau e.V. bildet sich in Konkurrenz zum St.-Lukas-Verein.

1924

Die Oberammergauer, die Ende 1923 in die USA gereist waren, kehren von ihrer erfolgreichen Werbetour für das hiesige Schnitzhandwerk zurück. Neben Verkaufsausstellungen in vielen amerikanischen Städten wurde der Empfang beim US-Präsidenten zum wohl prägendsten Erlebnis der von Anton Lang angeführten Delegation.

Eröffnung des neuen Postamts an der Rottenbucherstraße.

1926

Nach längeren Diskussionen werden im August 1926 die Ammergauer Berge zum Naturschutzgebiet erklärt.

1927

Vereinigung der beiden Trachtenvereine zum Volkstrachtenverein D’Ammertaler.

1929

Das Passionstheater wird nach den Plänen von Georg Johann Lang umgebaut.

Im August 1929 gründet sich die Ortsgruppe der NSDAP.

Aus den Gemeindewahlen 1929 geht Hanns Mayr als Gewinner hervor. Er wird der neue Bürgermeister von Oberammergau.

1930

420000 Besucher sehen in diesem Jahr die Passionsvorstellungen. Die neue Inszenierung von Spielleiter Georg Johann Lang wird begeistert aufgenommen. Dazu beigetragen hat auch die völlig erneuerte Bühne.

1931

Die neu gebaute Turnhalle wird eröffnet.

1932

Die Gemeinde wird ebenfalls von der wirtschaftlichen Krise in Deutschland schwer getroffen. Die Zahl der Arbeitslosen und Wohlfahrtsempfänger in Oberammergau steigt stark an.

1933

Die Machtergreifung der Nationalsozialisten im Deutschen Reich zieht auch im Ort gravierende Veränderungen nach sich.

Neuer Bürgermeister wird Raimund Lang, der erst nach einem wochenlangen Tauziehen und nur mit Hilfe von Gauleiter Adolf Wagner den Amtsinhaber Hanns Mayr verdrängen kann.

Die Gemeinde beschließt für das folgende Jahr die Veranstaltung von Jubiläumspassionsspielen aus Anlass des 300jährigen Jubiläums.

Im Juli 1933 wird das Pestspiel von Leo Weismantel uraufgeführt. Es dient als Vorbereitung der Schauspieler auf die Passion im nächsten Jahr.

1934

Unter der Schirmherrschaft von Staatsminister Hermann Esser werden die Passionsspiele während der Sommermonate durchgeführt. 440.000 Besucher sehen das Spiel, wobei die Zahl der ausländischen Besucher durch die neue politische Situation in Deutschland stark zurückging.

Mitte August 1934 kommt auch Reichskanzler und Führer Adolf Hitler nach Oberammergau und nutzt das Spiel zu propagandistischen Zwecken.

1935

Die Gemeinde beschließt die Errichtung einer Siedlung in St. Gregor und den Bau eines Bades, das ebenfalls in St. Gregor entstehen soll.

1937

Die am Fuß des Labers neu errichtete Kaserne der Wehrmacht wird von der Gebirgsnachrichtenabteilung 54 im Oktober 1937 bezogen.

1938

Das neu gebaute Schulhaus wird eingeweiht. Im Rahmen dieser Feier werden Eugen Papst und Michael Zeno Diemer zu Ehrenbürger von Oberammergau ernannt.

1940

Wegen des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs im September 1939 kann das Passionsspiel nicht aufgeführt werden.

1943

Die Messerschmitt AG verlegt einen Teil ihrer Rüstungsproduktion in die Hötzendorf-Kaserne nach Oberammergau und legt Produktionsstollen im Laber-Massiv an.

1945

Ende April 1945 marschieren US-Truppen in Oberammergau ein. Damit ist für den Ort der Zweite Weltkrieg beendet. 119 Gefallene und 54 Vermisste hat der Ort zu beklagen. Zudem sterben kurz nach dem Kriegsende erneut fast 20 Oberammergauer an den Folgen des Kriegs.

1948

Raimund Lang, der unter den Nationalsozialisten zwölf Jahre lang Bürgermeister des Ortes war, wird von der Mehrheit der Bevölkerung in dieses Amt gewählt.

1949

Die Integration der in Oberammergau untergekommenen Heimatvertriebenen gestaltet sich als schwierig. Kritik löst der Vorschlag aus, Vertriebene in andere Bundesländer abzuschieben, damit Platz für die Gäste der Passionsspiele 1950 geschaffen werden kann.

1950

Das erste Passionsspiel nach dem Krieg wird von 480.000 Besuchern gesehen. Unter ihnen befanden sich auch Bundeskanzler Konrad Adenauer und Bundespräsident Theodor Heuß.

Eugen Papst nahm einige Veränderungen an der Musik von Rochus Dedler vor.

1953

Die Gemeinde kauft das Museum des Verlegers Lang und verfügt damit über ein eigenes Heimatmuseum.

1957

Nachdem schon in den dreißiger Jahren Pläne diskutiert wurden, den Laber mit einer Seilbahn zu erschließen, diese Überlegungen aber aus verschiedenen Gründen im Sande verliefen, freut man sich im Fremdenverkehrsort, dass 1957 endlich eine Seilbahn auf den Laber zur Verfügung steht.

1959

Kurz vor den Passionsspielen 1960 erhält die Volksschule einen Erweiterungsbau, um die Grundschulklassen besser unterbringen zu können. Außerdem wird in Oberammergau ein Kindergarten errichtet.

1960

Die Bemühungen von Spielleiter Georg Johann Lang für einen neuen Text scheitern. Er wiederholt daher die Inszenierung von 1930. Die Frage der Darstellung der Juden im Passionsspiel wird ein wichtiges Thema in der Diskussion um die Reform des Passionsspiels.

1961

Das neue Feuerwehrgerätehaus in der Nähe des Passionstheaters wird fertiggestellt.

1966

Nachdem Raimund Lang nicht mehr als Bürgermeister kandidierte, entscheidet sich die Bevölkerung mehrheitlich für Ernst Zwink als Nachfolger im Amt des Gemeindeoberhaupts.

Der neue Pfarrhof neben der Volksschule wird eingeweiht.

1969

Im Kolbenskigebiet geht die Einersesselbahn in Betrieb.

1970

Nachdem Spielleiter Hans Schwaighofer kurzfristig von seinem Amt zurücktritt, da wiederum die Daisenberger-Passion aufgeführt wird, übernimmt der ehemalige Christus-Darsteller Anton Preisinger die Leitung. Das Passionsspielkomitee stimmt einigen Veränderungen des Textes zu.

Mehr als 530.000 Besucher sehen das Spiel. Die Kritik von jüdischer Seite an dem Spiel wird immer größer.

1971

Das gemeindliche Krankenhaus, welches nach der Passion 1890 errichtet worden war, wird geschlossen.

Im gleichen Jahr wird die Waldburg-Zeilsche Klinik auf dem Lärchenhügel errichtet, die sich zu einer der führenden Behandlungszentren bei Rheumaleiden in Deutschland entwickelt.

1972

Als Sieger der Kommunalwahlen geht Ernst Zwink hervor.

1974

Die Bundeswehr richtet in der ehemaligen Hötzendorf-Kaserne, die nach dem Krieg von der US-Armee genutzt wurde, die Bundeswehr-Verwaltungsschule ein.

1977

Der Ausbau der Ammer wird abgeschlossen.

Hans Schwaighofer inszeniert im Auftrag der Gemeinde die Rosner-Passion. Die Meinungen darüber gingen weit auseinander. Bei einer Bürgerbefragung im Dezember 1977 votiert die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung (75 Prozent) für die Beibehaltung der Passion auf der Grundlage des Daisenberger-Textes und der Musik von Rochus Dedler.

1978

Bei den Kommunalwahlen siegen die konservativen Listen deutlich. Ernst Zwink bleibt Bürgermeister von Oberammergau.

1980

Hans Maier ist der neue Spielleiter der Passionsspiele. Erstmals werden die Hauptrollen mit zwei gleichberechtigten Darstellern besetzt. Pater Gregor Rümmelein nimmt gemeinsam mit dem Spielleiter Textänderungen vor.

1984

Aus Anlass der 350-Jahr-Feier des Passionsspiels werden Jubiläumsspiele veranstaltet. Erneut ist Hans Maier Spielleiter, der erneut Veränderungen am Text vornimmt und das Lebende Bild der „Ehernen Schlange“ wieder einführt.

Rechtzeitig zu den Passionsspielen wird das Ammergauer Haus seiner Bestimmung übergeben.

Bei den Kommunalwahlen gewinnt der junge Bürgermeisterkandidat der Liste „Dorfpolitik – neu überdacht“, Klement Fend.

Im Spätherbst 1984 will die Rote Armee Fraktion einen Bombenanschlag auf die NATO-Schule in Oberammergau verüben. Gott sei Dank zündet die Autobombe nicht.

1988

Der aus Oberammergau stammende CSU-Politiker Max Streibl wird Nachfolger des plötzlich verstorbenen Franz Josef Strauß im Amt des bayerischen Ministerpräsidenten.

1989

Kurz vor den nächsten Passionsspielen wird die neue Umgehungsstraße dem Verkehr übergeben.

1990

Zu den Kommunalwahlen tritt erstmals eine Frauenliste an. Vertreter dieser Liste erstreiten zugleich vor dem Bayerischen Verfassungsgerichtshof das Mitwirkungsrecht bei den Passionsspielen für verheiratete und ältere Frauen über 35 Jahren.

Christian Stückl, ein junger Oberammergauer, inszeniert erstmals das Passionsspiel. Er verwendet wieder die alten Bühnenbilder von Georg Johann Lang aus dem Jahr 1930.

1991

Die Frisia-Klinik wird eröffnet. Damit verfügt der Ort über eine zweite Kurklinik.

1994

Die Gemeinde veranstaltet in den Sommermonaten erstmals ein Klassik-Festival, die „Classicale“.

1996

Bei der Kommunalwahl siegt der Amtsinhaber Klement Fend von der CSU mangels Gegenkandidaten überlegen.

1998

Im Dezember 1998 stirbt der ehemalige bayerische Ministerpräsident Max Streibl. Er wird in seiner Heimatgemeinde Oberammergau begraben.

1999

Im Februar 1999 wird der Oberammergauer Pfarrer Dr. Franz Dietl von Kardinal Wetter zum neuen Weihbischof für die Seelsorgeregion Süd in der Erzdiözese München und Freising geweiht.

2000

Über 500.000 Besucher sehen die zum 40. Mal aufgeführten Passionsspiele. Christian Stückl hat auf der Grundlage des Daisenbergerschen Textes und der Dedler-Musik das Spiel neu inszeniert.

 

 


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